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DIE GESCHICHTE

Eine jahrhundertealte Geschichte

IN DEN VERGANGENEN JAHRHUNDERTEN

 

Archäologische Fundstücke

Die archäologischen Untersuchungen, die in der Kirche Chiesa di San Daniele in Castello durchgeführt worden sind, informieren uns über die Verwendung der Schweine als Nahrungsmittel bereits in der frühhistorischen Epoche zwischen dem 11. und dem 8. Jahrhundert vor Christus. Im Mittelalter entwickeln sich bereits die Praktiken der Schweinezucht und der Schweinemetzgerei. Das Schweinefleisch war seit jeher schon Bestandteil der Ernährung des friulanischen Volkes.

 

Der Markt von San Daniele

Glück und Wachstum in San Daniele sind zum Großteil darauf zurückzuführen, dass die Stadt über sieben Jahrhunderte Lehen des Patriarchen war. Der Patriarch hat San Daniele das Marktrecht eingeräumt. Der älteste Hinweis auf einen freien Markt geht auf das Jahr 1063 zurück. Das Vorrecht wird von Friedrich II. im Jahr 1232 bestätigt.

 

Der Handel mit Aquileia und Venedig

Innovation und Kreativität zeichnen den Unternehmergeist der Bewohner von San Daniele nicht erst seit kurzem aus, denn die Handelsgeschichte des Städtchens kann auf  weit zurückliegende Wurzeln blicken. Von besonderer Bedeutung ist der Handel mit Schinken, der mit Aquileia und mit Venedig begonnen wurde.

 

De Conservanda Sanitate

In der Handschrift De Conservanda Sanitate von 1453, die in der Bibliothek Guarneriana aufbewahrt ist, hat der Arzt Geremia Simeoni behauptet, dass man von den „Hausschweinen … die mageren gepökelten Teile als Vorspeise ruhig essen könne” und dies, obwohl er die Ansicht vertrat, dass Fleisch schwer verdaulich wäre. Eine traditionelle Empfehlung also für die Verwendung des Schinkens.

 

Die Lacunaria von Pomponio Amalteo in Gemona

Im Jahr 1533 wird Pomponio Amalteo beauftragt, 42 Kassetten mit Propheten, Heiligen und Sibyllen für die Decke der Kirche San Giovanni in Brolo in Gemona zu malen. Auf einem dieser Gemälde geht die Bedeutung des Schinkens hervor, der auf einem Pergament als diplomatisches Mittel für einen Botschafter gezeigt wird.

 

Das Geschenk der Gemeinde während des Konzils von Trient

Aus den Chroniken des Konzils von Trient geht hervor, dass die versammelten Prälaten „dreißig Paar Schinken“ (zwölf davon waren ein Geschenk des Patriarchen von Aquileia) verzehrten, die auf Mauleseln von San Daniele nach Trient gebracht wurden, wie dies ein Dokument vom 1. Juli 1563 belegt.

 

Der Schinken aus San Daniele schlägt den Weg nach Frankreich ein

Es wird überliefert, dass auch die Offiziere des napoleonischen Heeres, die auf Befehl von General Monge nach Friaul gekommen waren, überzeugt waren, dass der Schinken aus San Daniele so eine Köstlichkeit war, dass man ihn in großen Mengen zusammen mit anderen „Schätzen“, die in der Biblioteca Guarneriana aufbewahrt waren, plünderte.

 

Angesehene Kunden: die europäischen Höfe

Die Via Concordiense kürzte die Verbindung mit den Alpenübergängen von Tarvis und dem Plöckenpass ab. Auf diese Weise konnte San Daniele seine geographische Lage auch für Handelszwecke nutzen und die Nachfrage nach Schinken von Seiten der europäischen Höfe, insbesondere des Wiener Hofes, zufriedenstellen.

 

Die Entwicklung der Produkte Ende des 19. Jahrhunderts

Nach dem Anschluss an das Italienische Reich im Jahr 1866 wurde der San Daniele Schinken ins ganze Land und ins Ausland versendet. Im Zuge der Steigerung der Produktion im Jahr 1887 wurde die Macelleria Sociale Cooperativa di San Daniele (Metzgereigenossenschaft) gegründet.

In dem Buch Die industriellen Bedingungen der Provinz Udine aus dem Jahr 1890 wird behauptet, dass „verschiedene Betriebe den Schinken mit der Bezeichnung San Daniele zubereiten. Dieses Produkt wird in Italien und im Ausland in Holz- oder Blechkisten verkauft. Ein halber Kilogramm kostet 3 Lire, ¾ Kilogramm 4.50 Lire und eine Kilogramm 6 Lire. Die Menge, die auf diese Weise außerhalb der Provinz verkauft wurde, beträgt rund 5000 Kilogramm pro Jahr”.

 

Der San Daniele Schinken in der Zwischenkriegszeit

In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg starteten die Unternehmer aus San Daniele, die auf der Suche nach einem wirtschaftlichen Erlös waren, mit neuen Initiativen, die zu Innovation und einer Industrialisierung in der Produktion und dem Verkauf des Schinkens führten. Insbesondere passten sie die Verpackungsformen an und verbesserten die Konservierung und somit den Export des Schinkens.

 

 

 1961-HEUTE

1961 Gründung des Konsortiums des San Daniele Schinken

Im Jahr 1961 wird das Konsortium gegründet. Dieses zeichnet sich durch die innovativen Ideen einer kleinen Gruppe von Unterstützern aus, die auf die Registrierung und das Wissen um die Marke besonderen Wert legen, auch wenn es noch keine gesetzliche Grundlage auf nationaler Ebene gibt. Ziel ist die Gewährleistung der Qualität eines Produktes vor Fälschungen, obwohl das Produkt unter den Verbrauchern bekannt ist. Es wird das Gesetz N. 507 vom 4. Juli 1970 verabschiedet, das als gesetzliches Instrumentarium zur Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Bezeichnung „San Daniele Schinken” dient. Es wird festgelegt, dass die spezifische Qualifizierung für den Schinken von seiner Aromatik und produktspezifischen Merkmalen abhängt, Eigenschaften, die durch Umgebung und Produktionsmethoden bedingt sind.

 

1971-1980

Das Jahrzehnt wird mit dem ersten Gesetz zum Schutz der Bezeichnung des San Daniele Schinkens eingeläutet, der untrennbar mit den Stadtgrenzen von San Daniele verbunden ist, innerhalb derer sämtliche Verarbeitungsphasen zu erfolgen haben. Das Städtchen, das 1976 von einem Erdbeben schwer in Mitleidenschaft gezogen wird, kann rasch seine Produktionstätigkeiten wiederaufnehmen.

 

1984 Die ganzjährige Produktion wird zugelassen

Bis 1983 durfte der Schinken ausschließlich im Winter produziert werden. Am 5. Januar 1984 wird ein Gesetz verabschiedet, das diese Einschränkung aufhebt. Ein bedeutendes Ereignis und ein schwerer Schlag gegen Fälschungen. Es wird die im Handel befindliche Menge an San Daniele Schinken verdoppelt und dank moderner Klimatisierungsanlagen eine kontinuierliche Produktion gewährleistet.

 

1985 Erste Edition von “Aria di festa”

„Aria di festa” – das berühmte Schinkenfest als Auftakt der traditionellen Sommerfeste entsteht in Kooperation mit Prosandaniele. Dabei wird der Interpretation des Produktes und dem Wissen über das Territorium besonderes Augenmerk geschenkt.

 

1990 Verpflichtende Marke zur Ursprungsbezeichnung

Mit dem neuen Schutzgesetz Nr. 30 vom 14. Februar 1990 wird die Anbringung des Siegels und des Brandstempels bestätigt, der das Datum für den Verarbeitungsbeginn bescheinigt. Es wird ferner darauf verwiesen, dass die Phasen der Zubereitung, des Salzens und Reifens innerhalb des Gebietes zu erfolgen haben. Die unerlaubte Verwendung der Bezeichnung San Daniele ist untersagt. Erst nach der Kennzeichnung darf die Keule in Umlauf gebracht werden.

 

1996 Eintragung der g.U.

Am 12. Juni wurde per EU-Verordnung 1107/96 die geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP/g.U.) “Prosciutto di San Daniele” gemäß der neuen Gemeinschaftsverordnung im Rahmen des ersten Verzeichnisses, das zu diesem Zweck von der Europäischen Kommission bewilligt wurde, eingetragen. Es steigen die Exportzahlen und Ende 1996 beginnt  die Ausfuhr von Schinken in die USA.